So machten zwei Männer unserer Reisegruppe folgende Erfahrung: Am Donnerstag unserer Evangelisationswoche in Jalta bummeln sie in die Stadt
und setzen sich am Lenin-Denkmal auf eine Bank, um auszuruhen. Eine ältere Dame sitzt schon da.
Einer der Reiseteilnehmer, der etwas russisch kann, spricht sie an. Schon nach wenigen Worten laufen ihr Tränen über die Wangen.
Seit Tagen hat sie nichts gegessen. Ihre Rente beträgt 370.000 Kupon, was DM 3,70 entspricht.
Bewegt von ihrer Geschichte gehen die beiden Männer mit ihr einkaufen. Sie kann nicht fassen, was mit ihr geschieht.
Während sich ihre Tasche mit Lebensmitteln füllt, stammelt sie immer wieder: „Euch hat der Himmel geschickt." Wie recht sie doch hat.
Schwer bepackt und unendlich glücklich geht sie nach Hause.
Der großen Mehrheit der Menschen dort fehlt der Sinn für ihr Dasein, hat doch das kommunistische System versucht, den Menschen in seinem
Einflussbereich den Glauben an Gott auszutreiben. Kein Wunder, dass heute der Aberglaube blüht, und nach dem Zusammenbruch der totalen Diktatur
das Land in Korruption und Alkoholismus zu versinken droht. Ein Ostmissionar beobachtete sehr richtig: „Da der christliche Glaube tragfähigen Sinn im
Leben und über den Tod hinaus vermittelt, ist Mission wirksamste Aufbauhilfe im Osten!"
... war die gottgeschenkte Heilung eines Kindes, das psychisch erkrankt war, unter starken Schlafstörungen litt und dem büschelweise die Haare
ausfielen, so dass es eine Teilglatze hatte. Tage nach gemeinsamem Gebet erschien der überglückliche Vater, Mitglied des Generalstabs der russischen
Armee, mit dem Sohn Maxim an der Hand. Die Haare waren nachgewachsen, das Kind seelisch vollkommen ausgeglichen.
Aufgrund dieser Erfahrung mit erhörtem Gebet bekannte der ranghohe Offizier bei der Abschlussevangelisation im Tschekow-Theater unerschrocken vor
allen Anwesenden seinen neugewonnenen Glauben an einen lebendigen Gott. Aus Dankbarkeit überreichte er Pastor Spitzer einen riesigen
Gladiolenstrauß mit den immer wiederkehrenden lauten Worten: „Riesigen Dank von ganzem Herzen!", worauf der Berliner Pastor den Dank gleich
weiterleitete an den, der das Wunder vollbracht hatte - Gott selbst..
Kurz vor Weihnachten erhielten wir erfreuliche Post aus Russland. - Erst vor zwei Jahren waren wir einer Einladung nach St. Petersburg gefolgt, um
dort ein interkonfessionelles Seminar für „Dynamisches Gemeindewachstum" durchzuführen. Der Pastor einer kleinen evangelischen Gemeinde war sehr
angesprochen und bat uns, in der historischen Stadt Novgorod zu evangelisieren.
Sein Gemeindehaus bestand aus einer am Stadtrand liegenden umgebauten Laube, deshalb hatte er für unsere Veranstaltung den Lehrsaal der
Parteihochschule gemietet. Über tausend Menschen fanden sich am Abend ein. Der Chor aus Petersburg gestaltete den musikalischen Rahmen und
Pastor Spitzer rief nach seiner Predigt die Menschen zur Lebensübergabe an Jesus Christus auf. Es war ein überwältigender Augenblick,
als etwa 600 Menschen durch die Gänge nach vorne strömten. Wir beteten für sie und verteilten die mitgebrachten begehrten Bibeln.
Dann fiel unser Blick auf den jungen Pastor. Sorge füllte sein Gesicht, denn in seine Gemeinderäumlichkeiten passten gerade die Mitglieder - etwa 120
an der Zahl. Wie sollte er diese fragenden Menschen nun alle auffangen?
Das CCM-Seminar und die glaubensvollen Gebete seiner Gemeinde trugen Früchte. Die Vision, ein neues Gemeindezentrum mit 1.000 Sitzplätzen im
Stadtkern zu bauen, wurde geboren. In seinem Weihnachtsbrief berichtet der Pastor aus Novgorod vom Fortgang der Geschichte. Nach langem Zögern
hat der Stadtrat der Gemeinde ein Grundstück in einer neuen Siedlung Novgorods zugewiesen. Mit dem Bau wurde schon begonnen! Eine Skizze wie auch
Bilder der Grundsteinlegung waren zu unserer Freude beigefügt. Nach allen theoretischen Vorträgen wollen wir nun auch praktisch helfen, dass
dieses „Haus Christi" bald vollendet werden kann und Scharen von Menschen zum Glauben an den lebendigen Gott finden.
Wo vormals deutsche Truppen Tod und Vernichtung brachten, können Sie und ich jetzt Boten des Friedens sein, und mit diesem Gotteshaus
ein bleibendes Zeichen der Versöhnung und Freundschaft errichten.