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Das Jahr 1993


Statt Rockkonzert – überfüllter Gottesdienst

Bericht von Walter Heidenreich
Nasskalte Witterung und Dunkelheit - wahrlich keine optimalen äußeren Voraussetzungen, um irgendjemanden sonntagabends aus seinem Sessel herauszuholen. Aber in der Dunkelheit leuchtet - wie ein Haus auf dem Berge - die Lüdenscheider Schützenhalle in die Innenstadt hinein.
Der Ort, wo sich sonst das Volk zu Schützenabenden, Messeveranstaltungen und Rockkonzerten trifft, wurde bereits mehrfach zum gottesdienstlichen Zentrum. 800 bis 900 Menschen kamen diesmal, um den Gott anzubeten, der ihnen so unendlich viel Gutes getan hatte.
"Das Kreuz ist keine Botschaft für Schwächlinge, sondern für Menschen, die den Mut haben, zuzugeben, dass sie Gottes Hilfe in ihrem Leben brauchen", so lautete die provozierende Einführung des Berliner Pastors Volkhard Spitzer.
Danach malte er mit plastischen Worten die furchtbare Kreuzigung Jesu vor unsere Augen, die nötig war, um uns Menschen zu erlösen. Nicht wenige Tränen flössen angesichts dieses unschätzbaren Liebesbeweises Gottes. Viele gingen nach vorne zum Gebet, um ihr Leben dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus auszuliefern. Die Botschaft, dass Gott an uns in allen unseren Schwierigkeiten glaubt und uns nicht loslässt, wirkte befreiend.

Nach der Predigt berichtete Pastor Spitzer über die Arbeit von CROSS CONTINENTAL MISSIONS und erzählte von erlebten wunderbaren Führungen Gottes, ganz besonders in Russland.
"Die alten Götter sind gegangen, die neuen noch nicht angekommen" war eine treffende Beschreibung für das geistliche Vakuum in der einstmaligen Hochburg des Kommunismus. In dieses Vakuum hinein wirkt nun Gottes Geist. Allein in der ehemaligen Roten Armee ließen sich in der letzten Zeit mehrere hochrangige Generäle taufen. In Zusammenarbeit mit dem Erzpriester der Russischen Gedächtniskirche in Leipzig hat Volkhard Spitzer die Aufgabe übernommen, ganz besonders auf die Not von Kindern im Gebiet von Tschernobyl hinzuweisen und das Projekt des Baus eines Waisenhauses vorzustellen. Am Schluss des lebendigen Gottesdienstes kam dann auch ein beträchtlicher Spendenbetrag für das Waisenhaus in Minsk zusammen.


Walter Heidenreich, Leiter der FCJG Lüdenscheid und Pastor Volkhard Spitzer, CCM-Berlin

Ein Brief – ein Bericht – ein Lobpreis zu Gott

Wie Sie wissen, lebe ich als Missionar mit meiner Familie in Ost-Europa, beseelt von dem Wunsch, die Realität Gottes auf kreative Weise demonstriert zu sehen, denn die Menschen hier sind durstig, allerdings nicht nach abgestandenem, sondern nach LEBENDIGEM WASSER! - Religion alleine genügt nicht, um die Leere menschlicher Herzen zu füllen. Sie haben durch Ihre Arbeit deutliche Akzente in der Region der Donaumetropole gesetzt.
Das GALA-KONZERT MIT PREDIGT war in vielerlei Hinsicht bedeutsam: Die Botschaft des Lebens - das Angebot unseres Gottes - wurde dem zum großen Teil kirchenfremden ungarischen Publikum auf verständliche Weise nahegebracht. Nicht nur die 1800 Besucher im gefüllten Großen Saal des Kongreßzentrums hörten ein klares Zeugnis, sondern auch die zahlreichen Vertreter der Medien, die zugegen waren. Die Tatsache, dass über dieses Ereignis sogar im Ungarischen Nationalen Fernsehen ausführlich berichtet wurde, ist bedeutungsvoll. Das christliche Zeugnis, dass ein wesentlicher Teil der Einnahmen des Konzertes wiederum dem Budapester Blindeninstitut zugute kam, wurde von allen Seiten positiv auf-genommen. Ich erhielt u.a. einen Brief des ungarischen Generalkonsuls in den Vereinigten Staaten, der seine tiefe Dankbarkeit für diesen selbstlosen Einsatz ausdrückte.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das GALA-KONZERT MIT PREDIGT eine große Ermutigung für die Christen unserer Stadt Budapest bedeutet, eine Ermutigung, die wir alle dringend nötig haben. Wir beten für Sie und die Menschen, die ihre wichtige Tätigkeit unterstützen und betend mittragen.
Im Glauben mit Ihnen herzlich Verbunden,
Ihr Calvin TenBrink, Tahl, Ungarn


Auditorium - Kongreßzentrum Budapest „Das CCM-Galakonzert mit Predigt war wohltuend wie ein sanfter Regen an einem heißen Sommertag“

Hoffnungslosigkeit macht krank

Auszug einer Predigt, die Pastor Volkhard Spitzer am 15. Mai '93 beim INTERNATIONALEN GALA-KONZERT IM KONGRESSZENTRUM BUDAPEST hielt.

Der Hoffnungslose ist wie ein Ertrinkender. Er versucht verzweifelt, das nahe Ufer zu erreichen und merkt, dass seine Kräfte nicht hinreichen. Resigniert überlässt er sich den brauenden Wogen.
Der Hoffnung beraubt, beenden heute viele Menschen ihr Leben vorzeitig. Andere vegetieren dahin, bis sie schließlich eine todbringende Krankheit hinwegrafft.
Nach Ansicht des Münchner Mikrobiologen Prof. Dr. Anton Mayr ist bereits klar erwiesen, dass zwischen Zentralnervensystem, Immunsystem und Hormonsystem nicht nur eine enge Wechselbeziehung bestehen, sondern dass diese Systeme eine Einheit bilden.
Tragische Lebensereignisse, Einsamkeit, Kummer wie auch Hoffnungslosigkeit sind Auslöser einer psychisch bedingten Schwächung des Immunsystems und führen zu schweren körperlichen oder psychischen Leiden.
Hoffnungslosigkeit ist auf Dauer tödlich.
Auf der anderen Seite gibt es zum Glück eine lange Reihe von positiven Stimulanzen. „Hierzu gehören", so der Wissenschaftler, „zu aller erst GLAUBE, HOFFNUNG, LIEBE(!), wie auch Vertrauen, Geborgenheit, Kommunikation, Entspannung und der Wille zu leben und gesund zu sein."

Neues Leben durch Hoffnung für russisches Fotomodell

Hoffnung lässt vorher leblose Augen aufleuchten. Solche Vorgänge konnte ich des öfteren als Ergebnis von Glaubenspredigten beobachten - Vorjahren bei der Bekehrung Elena Barbieris, einer russischen Filmschauspielerin. Eingeladen von ihrer Hausangestellten besuchte sie unseren Gottesdienst. Völlig zerstritten mit ihrem Ehepartner, einem führenden KP-Funktionär Jugoslawiens, hatte sie die Absicht, sich baldmöglichst scheiden zu lassen. Gequält von der Verzweiflung und innerer Zerrissenheit wandte sie sich in ihrer Not zum erstenmal an den lebendigen Gott. Die Veränderung ihres Lebens war dramatisch. Elena war offensichtlich von neuem geboren. Überwältigt von der Vergebung und liebevollen Versöhnung mit seiner Frau schickte der kommunistische Parteifunktionär ein Blumenbouquet an die christliche Gemeinde. Kurze Zeit später wurden nicht nur er, sondern auch Elenas Mutter, bewegt durch die positive Wesensveränderung ihrer Tochter, überzeugte Christen.

Ohne Glaube geht nichts

Deshalb sagt die Bibel: „Werft Euer Vertrauen nicht weg, es bringt eine große Belohnung mit sich." Der Glaube, der bleibt, ist in Gott verankert und hat nichts mit Spekulation zu tun. Der Glaube an Gott führt zum Schauen Seines göttlichen Wirkens. Deshalb sagt Jesus: „Wer mein Wort hört (aufnimmt) und danach handelt, der wird s e h e n , ob es Gottes Wort ist oder nicht." Wahrheit fürchtet nicht den Härtetest!

Liebe bleibt – weil der ewige Gott Liebe ist

Gottes Liebe umfasst Zeit und Ewigkeit. Diese Liebe ließ Gott Mensch werden und unter uns leben. In Jesus offenbart ER sich der Welt! Wie ein Strom soll diese Gottesliebe auch durch das Leben des Gläubigen fließen und seine Umwelt zum Erglühen bringen.

Mitten im Elend des Krieges im ehemaligen Jugoslawien,

konnte ich die Liebe Gottes wirken sehen. Kürzlich wurde in unseren CCM-Gottesdienst eine seelisch zerstörte Frau gebracht. Erst nach langer Zeit ständigen Schluchzens stammelte sie: „Noch vor einer Woche hatte ich Familie und Hof. Jetzt bin ich ruiniert. Feinde drangen in unser Dorf ein. Mit Maschinengewehrsalven töteten sie unsere Herde von über 100 Schafen und 4 Kühen. Mit Flammenwerfern steckten sie schließlich das Gehöft in Brand. Mein Mann und die Kinder kamen hilflos in den Flammen um. Als ich von den unmenschlichen Greueltaten hörte, verlor ich unter Schockwirkung das werdende Leben im Mutterleib. Nichts ist mir geblieben, als die Lumpen auf meinem Körper.
Unvergesslich ist mir das darauffolgende Erleben. Eine Gottesdienstbesucherin legte der Verzweifelten den Arm um die Schulter, drückte sie sanft an sich und flüsterte: „Du bist nicht allein, wir sind jetzt deine Familie. Mein Haus soll dein Haus sein. Meine Kleidung gehört auch dir und Nahrung wird es genug für uns beide geben." Von dieser Liebe war ich sprachlos überwältigt. Ich hatte Gott mitten im Elend des Krieges gesehen.
Ja, Liebe bleibt, weil Gott bleibt - selbst mitten im Chaos unserer Zeit.


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