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CCM Report 01/1992


10 000 Kinderbibeln für Familien in St. Petersburg


Absturz ins Chaos
Der Rubel rollt nicht mehr. Die Inflation galoppiert. Resignation, Ratlosigkeit und Wut der Ohnmacht verbreiten sich in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Schon sieht man auf den Straßen die alte Sowjetfahne mit Hammer und Sichel wieder auftauchen. Der Schrei nach starker Führung wird unüberhörbar laut. Folgt nun der von vielen erwartete Absturz ins totale Chaos?
Nur die Spitze des Eisberges der Not
Die Getreideernte ist von 219 Millionen Tonnen im Jahr 1990 auf 157 Millionen Tonnen im Jahr 1991 zurückgegangen.
20% des geernteten Getreides sowie Obst und Gemüse werden wegen schlechter Lagerung verrotten oder auf dem Transportweg abhanden kommen. Das alte Versorgungssystem ist völlig zusammengebrochen.
Auch das Gesundheitswesen steckt in tiefster Krise. 90% aller Jugendlichen leiden an Vitaminmangel. Nur 8,5% der Schulkinder Russlands sind körperlich normal entwickelt. Ein Drittel aller Kinder ist chronisch krank! Die wichtigsten Medikamente fehlen.
Die Wohnverhältnisse in den Städten werden durch die äußeren Umstände noch unerträglicher. Bei der letzten Reise nach Russland konnte ich mich von diesem Notstand selbst überzeugen. In den großen ehemaligen Bürgerwohnungen leben gezwungenermaßen mehrere Familien zusammen, manchmal bis zu 16 Personen. Sie teilen eine Toilette, Küche und Bad.


Der LADA und die Lautsprecheranlage sind für die Petersburger Christen eine enorme Hilfe bei der Straßenevangelisation. Geschenke von CCM-Missionspartnern.
Das nasskalte Wetter hält sie nicht ab. Menschenscharen drängen sich, um Gottes Wort auf dem Newski Prospekt zu hören.





Der Schrei nach Gott


Absturz ins Chaos
Große Teile des Volkes haben keinen inneren Halt. Jahrzehntelang wurde den Sowjetmenschen eingetrichtert: „Gott ist eine Illusion, Religion Opium für das Volk, der Mensch ein höherentwickeltes Tier.“
Ich kann mich noch sehr gut an die Parolen an den Häuserwänden erinnern: „Ohne Gott und Sonnenscheinbringen wir die Ernte ein.“ Welch eine Missernte: Hunger, Hass, Elend und eine drastische Verbrechensrate.
Während der Westen mit Hilfsaktionen versucht, das Schlimmste zu verhindern, sind wir Christen gefordert, neben Medikamenten, Kleidung und Lebensmitteln, auch Gottes Wort unter die notleidende Bevölkerung zu bringen.
Der russische Wissenschaftler Alexei Izyumov rief den Westen zu geistlicher Hilfe auf: „Gegenwärtig ist das Vakuum gefüllt mit destruktiven Ideen eines militanten Nationalismus, religiöser Intoleranz, Gewalttat, Gier, Zynismus und einer generellen Gesetzlosigkeit ... . Die Lebhaften Debatten über Ausmaß und Struktur ausländischer Wirtschaftshilfe an die Sowjetunion dürfen nicht über die Notwendigkeit einer anderen genauso dringenden Hilfe überschatten, nämlich das geistliche Erbe der sowjetischen Gesellschaft wiederherzustellen ... . Es geht dabei um die frage des Überlebens.“
(Newsweek, Herbst 1989)

Ein westlicher Journalist in Moskau schrieb im Januar 1992: „Wenn es Jelzin und den Demokraten nicht in Kürze gelingt, eine Wirtschaftliche Wende herbeizuführen, werden die Russen, die heute noch geduldig für das Lebensnotwendigste anstehen, irgendeine Regierung akzeptieren, solange nur Brot auf dem Tisch ist. Außer Milch, Butter und Fleisch fehlt derzeitig noch ein wesentliches Mittel zum Leben – Hoffnung für die Zukunft!“
Hoffnung für die Zukunft Als Freunde wollen wir außer Lebensmittel und Vitaminpräparate 10 000 reich bebilderte Kinderbibeln – in Russland ein heißbegehrter Artikel – an Familien verteilen.
Ihre liebevolle Mithilfe wird gerade jetzt dringend benötigt! Sollten Sie den Wunsch haben, persönliche Freude nach Russland zu bringen, laden wir Sie herzlich ein, an unserem Einsatz teilzunehmen.
Wo man Gott wirken lässt, geschieht das Unfassbare!

Erfahrungen mit Gott in W-Afrika II

Es war wie in den Tagen der Bibel. Tausende strömten jeden Abend in den Jackson-Park in Kumasi, Ghana, um das Wort Gottes zu hören. Allabendlich drängten sich Scharen zur Plattform, um sich unter öffentlichem Gebet von ihren Götzen loszusagen und ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Wie in den Tagen der Bibel berichteten viele von wunderbaren Heilungen, die Gottes Gnade an ihnen bewirkt hatte. Die lebhaften, fröhlichen Gesänge der Menge hörte man in den tropischen, sternklaren Nächten meilenweit. 32 Gemeinden verpflichteten sich zur Nacharbeit.

Unser nächstes Ziel war Togo. In Lome, der Hauptstadt Togos, angekommen, erfuhr ich als Deutscher herzliche Gastfreundschaft. Zum Seminar für Gemeindewachstum im Kongreßzentrum C.N.T.T. hatten sich 78 Pastoren aus verschiedenen Denominationen angemeldet. Gott in seiner Liebe hatte Größeres vor.

Schon am zweiten Tag der Schulung erreichte mich eine Einladung zum Empfang beim Premierminister des Landes, Seiner Exzellenz Herrn Joseph K. Koffigoh. Nach der 40minütigen Unterredung dankte der Premierminister für die positive, mutmachende Mission der CCM und erklärte, dass in der jungen Verfassung des Landes Togo der lebendige Gott Erwähnung und Anerkennung findet und ein Hunger nach einem bergeversetzenden Glauben in seinem Volk, gerade in dieser Zeit weltweiter politischer Umbrüche, vorhanden sei. Die harmonische Begegnung endete mit einem Gebet für den Frieden des Landes.

Jesus auf dem Marx-Engels-Platz in Berlin-Mitte

Über 700 evangelistische Bücher und Bibeln fanden dankbare Abnehmer
Der Gottesdienst auf der Festbühne geht zu Ende. „Bekehrt haben Sie mich nicht, Herr Pfarrer, aber nachdenken muss ich jetzt.“ Kommentar eines Schaustellers auf dem 1. HISTORISCHEN WEIHNACHTSMARKT nach der Wiedervereinigung in BERLIN-MITTE. „Komm, Mutter, lass uns jetzt endlich weitergehen. Du bist doch nicht so fromm“, meutert ein Mädchen und zieht ungeduldig am Ärmel der Frau, die sichtlich von der Botschaft Jesu ergriffen ist. Sie kontert: „Wie fromm ich bin, weißt Du überhaupt nicht“. Folgen einer sozialistischen Vergangenheit.
Eine Gruppe russischer Offiziere nimmt überrascht und dankbar Neue Testamente in ihrer Heimatsprache entgegen. Ein Geschenk beim Bummel über den Weihnachtsmarkt haben sie nicht erwartet.
Wie groß der Hunger nach Gottes Wort in der neuen deutschen Hauptstadt sein kann, zeigt folgende Begebenheit: Gerade noch kämpfe ich gegen den ohrenbetäubenden Lärm der Loopingbahn und des Kinderkarussells an, als ich plötzlich ohne Schwierigkeiten weiterpredigen kann. Der Betreiber des Kinderkarussells hat seine Musikboxen abgeschaltet, um in seiner Kabine selbst Gottes Wort besser hören zu können. Verschmitzt zeigt er uns nach der Predigt den erhobenen Daumen der Zustimmung und lockt dann erneut seine Kundschaft mit laut tönenden Weihnachtsschlagern an.
Wir lebten in der Freude, die Menschen da erreicht zu haben, wo auch Jesus sie suchte und fand, an den „Hecken und Zäunen“, auf den Straßen und Marktplätzen.

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